In den letzten Jahren hat sich vor allem im urbanen Verkehr ein Trend zu Elektromotoren entwickelt. In vielen anderen Sektoren sind Verbrennungsmotoren jedoch auch in der Zukunft nicht wegzudenken. Laut Prof. Andreas Wimmer, Geschäftsführer des LEC, seien auch in der Seeschifffahrt elektrische Antriebe aus technischen Gründen – wie etwa Gewicht oder Reichweite – in absehbarer Zukunft nicht zu realisieren.

 

Da Großmotoren unter anderem auch für die Stromgewinnung notwendig sind, werden Verbrennungsmotoren durch den Aufschwung an elektrisch betriebenen Fahrzeugen noch weiter an Bedeutung gewinnen, so Prof. Wimmer. Die von Wind- und Solarkraftwerken erzeugte Energie sei nicht immer und im selben Maß vorhanden, daher liegt der Vorteil von Verbrennungsmotoren darin, dass sie adaptiert werden können und somit sehr schnell Schwankungen im Stromnetz ausgleichen können. „Die Zeit, um auf die erforderlich Leistung zu kommen, ist bei Verbrennungsmotoren um den Faktor 10 kürzer als bei Turbinen“, schätzt Prof. Wimmer. Ebenfalls wichtig sei der Antrieb durch Verbrennungsmotoren in Ländern wie China und den USA, in denen der Schienenverkehr in einem sehr geringen Teil elektrifiziert ist.

 

Prof. Helmut Eichlseder bestätigt Prof. Wimmers Angaben weiter. Laut dem Leiter des Instituts für Verbrennungskraftmotoren und Thermodynamik (IVT), werden auch in der Zukunft noch 70 bis 90 Prozent der Fahrzeuge von einem Verbrennungsmotor abhängig sein. Auch für Fernverkehrs-LKWs, leistungsstarke Baumaschinen und Landmaschinen bleibt der Verbrennungsmotor das Mittel der Wahl.

 

Laut Horst Bischof, Vizerektor für Forschung an der Technischen Universität Graz, zähle die TU zu den international führenden Forschungsinstitutionen für die Forschung an Verbrennungsmotoren, vor allem in den Bereichen der Großmotorenforschung und der Emissionsforschung zählen sowohl das LEC als auch das IVT zur Weltspitze. Prof. Theodor Sams, Head of Research and Development bei AVL List GmbH, spricht sich für weitere Forschung an Verbrennungsmotoren aus, weil man somit in absehbarer Zeit ein „Zero Impact“ Niveau an Emissionen erreichen kann. Das bedeute, dass ein Fahrzeug eine so geringe Menge an Emissionen ausstößt, dass diese im Vergleich mit dem Umfeld nicht relevant seien.

Die Zeit, um auf die erforderliche Leistung zu kommen, ist bei Verbrennungsmotoren um den Faktor 10 kürzer als bei Turbinen in Solar- oder Windkraftwerken. -Prof. Andreas Wimmer, Geschäftsführer des LEC

Berichterstattung

TU Graz: Forscher geben Verbrennungsmotor eine lange Zukunft
Kleine Zeitung, 26.04.2017

Motorenexperten bremsen Euphorie um E-Autos
Der Standard, 26.4.2017

TU Graz forscht an Verbrennungsmotoren
ORF Steiermark, 25.04.2017

TU Graz forscht trotz Elektrotrend weiter an Verbrennungsmotoren
APA Science, 25.04.2017

TU Graz forscht trotz Elektrotrend weiter an Verbrennungsmotoren
Tiroler Tageszeitung, 25.04.2017

TU Graz verbessert Verbrennungsmotoren
OE24, 30.04.2017

Antenne Steiermark
Antenne Steiermark, 25.04.2017

Sounportal
Soundportal, 26.04.2017